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Der Lauf der Dinge
Angefangen
hat alles 1978, damals war ich gerade einmal 9 Jahre jung, mit einer
veredelten Mammillarie, die ich von meiner Mutter als Belohnung
dafür bekam, weil ich zum Zahnarzt gegangen bin. Von Natur aus zu
Pflanzen hingezogen, fasziniert von der Form und überhaupt nicht
das, was ich bislang unter einer Pflanze verstand, stellte ich den `Neuankömmling´in
eine dunkle Ecke meines Zimmers auf ein Regal. Es dauerte nicht
lange, und es gesellten sich noch ein Haageocereus und eine
Cylindropuntie dazu. Das so ein Kaktus auch wachsen oder gar Blüten
hervorbringen könnte, daran dachte ich damals nicht im Traum. Nach
nicht allzulanger Zeit mußte ich überrascht feststellen, daß
zuerst die Unterlage der Mammillarie, die zunehmend instabil und
unappetittlich riechend wurde, gefolgt vom Pfröpfling einging. Auch
der Haageocereus kam mir immer schlanker vor, bis ich feststellten
mußte, daß nur noch die Hülle mit Stacheln im Topf stand. Sicher
enttäuscht, aber lange nicht entmutigt, machte ich mir die ersten
Gedanken und suchte nach Erklärungen. Nur die Opuntie ließ sich
von meiner Kulturmethode nicht beeindrucken, und stand noch recht `gesund´da
(ich schließe meine jetzige Opuntienleidenschaft auf meine `Erfolge´von
damals).
Das
erste Buch, es war das `Heyne Kakteenbuch´, das keine 10 Mark
gekostet hat, half mir sehr weiter, und machte mir erst einmal
bewußt, daß es sich bei Kakteen um richtige Pflanzen handelt, die
viel Licht benötigen, und sonstige Eigenheiten vorweisen. Ich
schaffte mir die nächsten Kakteen an, die ich sogleich auf unseren
sonnigen Balkon stellte, und mich wunderte, daß Kakteen wachsen
können. Noch mehr überrascht war ich, als sich der erste
Blütensegen einstellte, es war ein Hamatocactus setispinus, der
mich mit ungewöhnlich zarten und schönen Blüten bescherte. Und
schon hatte mich das Kakteenfieber gepackt! So ziemlich jeden
Pfenning meines Taschengeldes legte ich in Kakteen an, und so
zählte meine Sammlung, ich war 13, bereits schon über 100
Pflanzen. Mir war allerdings damals schon bewußt, daß es für mich
eine Lensaufgabe sein soll. Mit 14 lernte ich per Inserat in einer
Gartenzeitschrift meinen ersten Kakteenfreund kennen, und die ersten
Erfahrungen und Pflanzen wurden ausgetauscht. Ich lernte die mir bis
dahin unbekannten Kakteengärtnereien kennen, und war völlig über
die reichhaltige Auswahl an Pflanzen bei SCHLEIPFER überrascht.
Leider fielen die meisten Bestellungen wegen fehlender Geldmittel
ins Wasser, bestellte aber trotzdem ettliches, und vieles davon
steht noch heute bei mir.
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